die drei Standbeine der Reittherapie sind :

Hippotherapie = Medizin
 
Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren = Psychologie/Pädagogik
 
Reiten als Sport für Behinderte = Sport

körperlich:
 

Kräftigung und Dehnung der Muskeln und Sehnen
Verbesserung der Körperhaltung
Lockerung der Spastik und anderer Verkrampfungen
Training von Herz ,Kreislauf , Atmung
Vermittlung des Körperschemas - Empfindung
Ausbildung der Tiefensensibilitätund Sprechmotorik
Schulung von Gleichgewicht, Balance, Koordination,
Ausdauer, Geschicklichkeit
 

seelisch:

Motivation des  therapiemüden Patienten,
Freude, Aktivitätssteigerung und Vertrauen
zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen,
Mut, Selbstüberwindung und Aufgabenbewußtsein,
Anpassungsfähigkeit und Durchhaltevermögen,
Ablegen von Depression, Aggression und autistischen Zügen

sozial:

 
Übernahme von Verantwortung ,
Arbeit am und für das Pferd,
Hilfsbereitschaft und Toleranz Kontaktfähigkeit und Rücksichtsnahme,
besseres Verhalten in Familie, Schule und Beruf,
sinnvolle Freizeitbeschäftigung mit dem Pferd,
dadurch Zugang zu einem Freundeskreis rund um´s Perd,
Integration mit Nichtbehinderten durch Reiten als Sport
 

    Anwendungsbereiche

  • Streßabbau für Erwachsene und Kinder , abschalten vom Alltag !!!!
  • allgemeine Verhaltensauffälligkeiten
  • Aufmerksamkeitsdefizit Störung (ADS)
  • Hyperaktivität ( ADHS )
  • Posttraumatische Belastungsstörung wie z.B.  psychische Folgen nach traumatischen Erlebnis
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Lernschwierigkeiten
  • Sprachstörungen
  • Konzentrationsstörung
  • Psychosen, Depression oder Aggression
  • Essstörung
  • Borderline Störung u.a. frühkindl. Störungen
  • Ängste, Phobien und Zwangserkrankung
  • Suchterkrankung
  • angeborene oder erworbene Entwicklungsstörungen
  • Behinderungen, wie Autismus, Down-Syndrom, etc.
  •   

Warum Pferde als Co-Therapeuten ?

Das Pferd hat keine Vorstellung davon  was “normal”  ist, daher begegnet es dem Menschen mit einer Behinderung o.ä. nicht mit Vorbehalten, wie es die Mitmenschen häufig tun. Es erlaubt und genießt Körperkontakt.  Es ist in der Lage Stimmungen zu erkennen und darauf einzugehen. Das Pferd wirkt hoch motivierend.

Der Patient reagiert auf das Pferd als solches und auf die dreidimensionalen Schwingungen des Pferderückens. Es kommt zur Rotation, Lateralflexion und Extensions-/Flexionsbewegung im Becken; Bewegungen, die auch beim normalen Gehen im Rumpf auftreten. Auch andere Impulse können ausgenutzt werden z.B. Tempo-Variationen, gebogene Linien, Seitengänge
und Schritt-Halt. Auf diese Impulse hin kommt es zur Normalisierung des Muskeltonus zur Förderung der Rumpf- und Kopfkontrolle, zu einer Verbesserung des Gleichgewichts und zur Schulung des Bewegungsgefühls. 90 - 120 Bewegungsimpulse gibt das schreitende Pferd pro Minute an das menschl. Gehirn weiter. Durch die abwechsende rechts links Bewegung werden beide Hemisphären im Gehirn gleichermaßen stimuliert. Über Berührung werden vielfältige Impulse über das Kleinhirn, den Thalamus an das Großhirn weitergegeben. Emotionale Vorgänge werden aktiviert.

Bei der Reittherapie werden neben Kindern auch Jugendliche und Erwachsene  behandelt. Es wird vorwiegend in Einzelstunden gearbeitet, falls jedoch therapeutisch erforderlich auch in Gruppen . Diese Therapie basiert hauptsächlich auf psychologisch- therapeutischen Ansätzen, wobei pädagogische Konzepte mit eingearbeitet werden und ebenfalls die Wirkungsweisen der Hippotherapie genutzt werden.So verbindet sie alle nutzbaren Facetten der therapeutischen Arbeit mit dem Pferd. Im Mittelpunkt steht die Interaktion zwischen Mensch und Pferd. Sämtliche Aktivitäten rund um´s Pferd werden therapeutisch genutzt und je nach Erkrankung des Klienten  werden einzelne Tätigkeiten in den Vordergrund gerückt.In der RT wird ressourcenorientiert gearbeitet d.h. es werden die gesunden Seiten des Klienten hervorgehoben und diese verstärkt sowie Bewältigungsmöglichkeiten aktiviert. Die Behandlung richtet sich auf den Menschen als Ganzen, auf seine emotionalen, kognitiven, motorischen und sozialen Bereiche.

Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren ( HPV/R) hier geht es nicht um sportliche Förderung sondern die Förderung des Individeums steht im Vordergrund.Beispielsweise bedient man sich der vielfältigen Voltigierübungen  um die Koordinationsfähigkeit zu verbessern. Es geschieht in kleinen Gruppen. Der Gruppenprozess ist ein integraler Bestandteil des pädagogisch-therapeutischen Geschehens.

Die Reittpädagogik richtet sich nach pädagogischen und erlebnispädagogischen Konzepten aus. Es wird vornehmlich mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet, gerne werden Gruppen genutzt um soziales Verhalten zu schulen. Ebenso wie bei der RT wird auf das ganze Kind geschaut und versucht es in seiner motorischen, sprachlich geistigen, emotionalen und sozialen Entwicklung zu unterstützen.

Die Reitpädagogik arbeitet insbesondere mit verhaltensauffälligen Kindern. Das Setting der RP ist klarer strukturiert als bei der RT, den Kindern und Jugendlichen werden hierbei Aufgabenstellungen gegeben und diese mit Ihnen zusammen er-und bearbeitet. Es ist anzumerken,daß beide Bereiche viele Überschneidungspunkte haben und Ansätze beider Bereiche sich jeweils in der anderen Tätigkeit wieder finden.

Erlebnispädagogik

Klienten äußern nach Abschluß einer Reittherapie sehr oft den Wunsch, auch künftig etwas mit dem Pferd unternehmen zu können. Die ortsüblichen Angebote mit Pferden sind einerseits zwar vielversprechend, anderseits aber fast ausschließlich auf aktive , gesunde Menschen ausgerichtet. Unsere Klienten sind aber oft nicht in der Lage, ein solch anspruchsvolles Programm zu bewältigen .Reittherapeuten enschlossen sich deshalb, integrative, erlebnispädagogische Tages,-Wochenend-;Ferienfreizeiten oder ähnliche Projekte mit Pferde anzubieten. Sie verfügen über die nötige Infrastruktur , gut ausgebildete Pferde und - aus ihrer Ausbildungszeit - über die nötigen Kenntnisse  ( Ausbildungssequenz “ Eine Ferienzeit mit Pferden “ für Behinderte zusammen mit gesunden Menschen zu organisieren und durchzuführen.

Die Erlebnispädagogik eignet sich herforragend z.B. für  Klienten mit Essstörung und psychischen Auffälligkeiten.

Was kostet therapeutisches Reiten & Erlebnispädagogik mit dem Pferd?

Grundsätzlich ist das Therapeutische Reiten eine freiwillige Leistung der Kostenträger. Je nach Zielsetzung der Maßnahme können Sie sich jedoch an die Krankenkassen (Heilmethode), das Sozialamt (im Rahmen der Wiedereingliederungshilfe) oder das Jugendamt (Hilfe zur Erziehung) mit der Bitte um Kostenübernahme wenden.

Diesem Antrag sollte möglichst eine ärztliche Verordnung oder eine Stellungnahme von therapeutischer oder pädagogischer Seite beigefügt sein, in der die Zielsetzung, die Methode und der Ausblick der Maßnahme deutlich wird.

 

therapeutisches Reiten

 

Einzeltherapie

45 min.

45 €

Einzeltherapie

30 min.

30 €

Gruppentherapie

2er - 4er Gruppe  60 min.

Einzelpreis 25 Euro